Zum Film: Battle Of The Sexes

Film Battle Of The Sexes: Die Handlung spielt sich hauptsächlich abseits des Tennisplatzes ab
Um was geht es?

Im Film Battle Of The Sexes – Gegen jede Regel, der auf wahren Begebenheiten beruht, geht es um die US-amerikanische Tennisspielerin Billie Jean King, die sich Anfang der 70er Jahre für die Gleichberechtigung der Geschlechter starkmacht und es dabei mit Bobby Riggs aufnehmen muss, einem im Ruhestand befindlichen Profi-Tennisspieler. Zum Höhepunkt kommt es beim Tennis-Schaukampf Battle Of The Sexes, dessen Ausgang genügend Zündstoff hat, um die klassische Rollenverteilung und konsequente Benachteiligung der Frau (im (Tennis-)Sport) endlich auf den Prüfstand zu stellen.

Hintergrund

Tatsächlich gehört Billie Jean King 1973 zu den Mitbegründerinnen der WTA, der Women’s Tennis Association, die sich bewusst von der ATP, der Association of Tennis Professionals, abgrenzte, um für gleiche Preisgelder bei Tennisturnieren für Männer und Frauen einzutreten. Außerdem schlug Billie Jean in vielerlei Hinsicht einen alternativen Lebensweg ein, obwohl dies zur damaligen Zeit kein Zuckerschlecken gewesen sein muss. Damit zählt sie zu jenen Frauen, die sich durch ihre Vorbildfunktion für die Gleichstellung der Geschlechter und die Feminismus-Bewegung eingesetzt haben.

Was mir daran gefällt

Angesichts des Fokus’ des Films könnte man erwarten, dass das Thema der Gleichberechtigung einseitig abgearbeitet wird, was aufgrund der damaligen Umstände sogar verständlich gewesen wäre. Und obgleich Billie Jean King (gespielt von Emma Stone) und ihr Wirken eindeutig im Mittelpunkt stehen, wird ihr Kontrahent Bobby Riggs (gespielt von Steve Carell) nicht nur als chauvinistischer Macho abgetan. Stattdessen werden ihm positive Charakterzüge zugesprochen, die ihn in den Augen des Zuschauers „liebenswert“ machen und ihn vielmehr als Opfer seiner selbst erscheinen lassen. Und auch Billie Jeans Ehemann, der anfangs wie ein blasser „Ken“-Verschnitt daherkommt, gewinnt plötzlich an Kontur und Größe, als unversehens die gemeinsame Ehe auf eine harte Bewährungsprobe gestellt wird. Der Umgang dieser Persönlichkeiten miteinander und untereinander ist bemerkenswert und regt zum Nachdenken an.

Fazit

Battle Of The Sexes ist ein großartiger Film, der nicht nur eine Zeitreise in die 70er Jahre erlaubt, sondern auch einen wertvollen Beitrag zur aktuellen Feminismus- und Gleichberechtigungsdebatte leistet. Dass der Tennis-Sport dabei zu kurz kommt, stört kaum. Vielmehr regt dieses Werk zum Lachen, Grübeln und oft zum Kopfschütteln an. Ein Filmerlebnis, wie ich es seit „Hidden Figures“ nicht mehr erlebt habe. Mehr davon, bitte!


Hier geht es zum Film-Trailer (auf YouTube).