Zum Film: Trumbo

Film Trumbo: Als Drehbuchautor schreibt sich Dalton Trumbo im wahrsten Sinne aus der Krise
Um was geht es?

Im Film Trumbo geht es um den US-amerikanischen Roman- und Drehbuchautor Dalton Trumbo, der im Jahr 1947 unter Beschuss gerät, als er vor dem „Komitee für unamerikanische Umtriebe“ eine Aussage verweigert. Die Konsequenzen folgen auf dem Fuß: Er muss ins Gefängnis. Danach kann er seine Arbeit nur im Verborgenen fortführen. Dabei gelingt ihm das Kunststück, gleich zwei der begehrten Oscars zu gewinnen, was ihm hilft, sich und seine Familie wieder gesellschaftlich zu etablieren.

Hintergrund

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs sahen sich die Vereinigten Staaten mit einer neuen Bedrohung konfrontiert: Der Unterwanderung der amerikanischen Gesellschaft durch Kommunisten und deren Sympathisanten. So verwundert es nicht, dass Dalton Trumbo als Mitglied der Kommunistischen Partei ins Visier des „Komitees für unamerikanische Umtriebe“ geriet. Der Umstand, dass er auf eine schwarze Liste gesetzt wurde, machte es für ihn nach Absitzen der Gefängnisstrafe nahezu unmöglich, in sein altes Leben zurückzukehren. Nur mittels Strohmänner und verschiedener Pseudonyme gelang es ihm, seine Arbeit als Drehbuchautor fortzusetzen. Aber nicht nur Trumbo und seine Familie mussten Repressalien hinnehmen. Auch andere Drehbuchautoren, Schauspieler und Regisseure, die ihre Aussage vor dem Komitee verweigerten und als „Hollywood Ten“ in die Geschichte eingingen, erlitten ein ähnliches Schicksal.

Was mir daran gefällt

Neben der grandios inszenierten Hauptfigur Dalton Trumbo (gespielt von Bryan Cranston) sind die anderen Rollen ebenfalls mit hochkarätigen Schauspielern besetzt, die die Handlung vorantreiben und oftmals mit Humor oder nachdenklichen Tönen versehen. Anfangs tritt Trumbo für seine Ideale und seine Vorstellung von einem besseren Amerika ein. Das ändert sich, als er aus dem Gefängnis zurückkehrt. Trotz des Argwohns, der ihm von allen Seiten entgegenschlägt, gibt er sich nicht geschlagen und trifft zahlreiche Maßnahmen, um wieder auf die Füße zu kommen. Mit Eloquenz, Talent und dem nötigen Eifer weiß er zu überzeugen. Seine Gegenspielerin, die Kolumnistin Hedda Hopper (gespielt von Helen Mirren), die sich zur Moralapostelin in Sachen „unamerikanische Umtriebe“ im Showgeschäft aufgeschwungen hat, sitzt ihm trotzdem ständig im Nacken. Dass Trumbo selbst besserwisserische Züge aufweist und seine Familie mit seinem privaten „Feldzug“ über alle Maßen beansprucht, wird dabei keineswegs ausgeblendet. Auf diese Weise entsteht allmählich das Porträt einer interessanten Persönlichkeit, dem als Underdog die Sympathie des Zuschauers gewiss ist.

Fazit

In Trumbo wird nicht nur ein dunkles Zeitalter der Vereinigten Staaten, sondern auch der Traumfabrik Hollywood behandelt. Die systematische Ausgrenzung andersdenkender Menschen ist verstörend und befremdlich zugleich. Aber leben wir nicht gerade in einer Zeit, in der sich erneut eine vergleichbare Entwicklung abzeichnet? Nicht nur mit diesem Gedanken im Hinterkopf ist Trumbo höchst unterhaltsam. Die zahlreichen, geschliffenen Dialoge tun ihr übriges, um den Film zu einem wahren Genuss zu machen.


Hier geht es zum Film-Trailer (auf YouTube).