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	<title>Rodrik Andersen - Autor</title>
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	<title>Rodrik Andersen - Autor</title>
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		<title>Zum Buch: Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur von Andrea Wulf</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Rodrik]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 Dec 2020 12:09:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchtipps]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Um was geht es? „Alles hängt mit allem zusammen. Alles ist Wechselwirkung.“ So ließe sich wohl vereinfacht die weitreichende Erkenntnis von Alexander von Humboldt zusammenfassen, der Zeit seines Lebens damit zugebracht hatte, sich die Geheimnisse und Zusammenhänge der Natur zu [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h5>Um was geht es?</h5>
<p>„Alles hängt mit allem zusammen. Alles ist Wechselwirkung.“ So ließe sich wohl vereinfacht die weitreichende Erkenntnis von Alexander von Humboldt zusammenfassen, der Zeit seines Lebens damit zugebracht hatte, sich die Geheimnisse und Zusammenhänge der Natur zu erschließen und sich darüber mit Gelehrten, Wissenschaftlern, Unternehmern, Künstlern und Herrschern auf der ganzen Welt austauschte. Und wie bei fast allem, was Alexander von Humboldt in Angriff genommen hatte, sprechen wir von schier unvorstellbaren Dimensionen. So soll er mindestens 30.000 Briefe verfasst haben. Hinzu kamen unzählige Werke, die sein Gedankengut und seinen Blick auf die Wunder der Natur einer breiten Leserschaft zugänglich machten. Dadurch gelang es ihm, dass sich seine Ideen in den Köpfen der nachfolgenden Generationen festsetzten und weiterentwickelten. Leider geriet sein Erbe trotzdem im Laufe der Zeit immer mehr in Vergessenheit. Da kam Andrea Wulfs Sachbuch gerade zur rechten Zeit, um diesem Trend entgegenzuwirken.<span id="more-1779"></span></p>
<h5>Meine Meinung</h5>
<p>Ich will ehrlich sein: Abgesehen vom Namen wusste ich mit der Person Alexander von Humboldt kaum etwas anzufangen. Klar, sein Nachname findet sich vielerorts wieder, wie z.B. im Humboldtstrom oder im Humboldt-Pinguin. Doch ahnte ich nicht, was mir bislang entgangen war. Ich hatte keine Vorstellung davon, was ein Mensch in seinem Leben schaffen und bewirken kann, selbst wenn er ein stattliches Alter von fast 90 Jahre erreicht.</p>
<p>Auf diesen Missstand bin ich aufmerksam geworden, als auf <a href="https://www.zeit.de/2019/31/naturforschung-alexander-von-humboldt-wissenschaft-werke" target="_blank" rel="noopener">Zeit Online der Artikel „Humboldts Welt“</a> erschien. Erstaunt erfuhr ich, was dieser Mann alles erlebt, gelernt, erfahren, erfunden und mit seinen Mitmenschen geteilt hat. Auf diesem Weg wurde ich auch auf die Autorin Andrea Wulf aufmerksam, die in ihrem Sachbuch auf über 400 dichtgepackten Seiten das bewegte Leben des Universalgelehrten und Genies ausleuchtet. Außerdem fasst sie in ihrem Werk weitere Persönlichkeiten ins Auge, die von und durch Humboldt maßgeblich geprägt worden sind und ebenfalls Bahnbrechendes auf ihrem Gebiet geleistet haben. Als Beispiel seien hier Charles Darwin oder Johann Wolfgang von Goethe genannt. Überhaupt scheint es, als hätten Alexander von Humboldt sämtliche Türen offen gestanden – nicht nur wegen seines Renommees, sondern auch wegen seines diplomatischen Geschicks. Stets gelang es ihm, sich Gehör zu verschaffen und seine ambitionierten Ziele voranzutreiben. Am Ende ist ihm nur ein Herzenswunsch versagt geblieben: Eine Expedition nach Indien und zum Himalaya, weil sich die Britische Ostindien-Kompanie gegen ihn sperrte aus Angst, er könnte die Zustände anprangern, die vor Ort herrschten.</p>
<p>Als besonders spannend empfand ich das erste Drittel des Sachbuches, indem es um Alexander von Humboldts Kindheit, seine Ausbildung und seinen Werdegang als Beamter geht. All das bereitet ihn letztendlich auf seine prägende Südamerika-Expedition vor, in der er sein erworbenes Wissen und seine Kenntnisse abrufen konnte, um zu bahnbrechenden Entdeckungen und völlig neuen Ideen zu gelangen. Dabei tritt er nicht nur als Naturforscher, Abenteurer, Botaniker, Geologe oder Bergsteiger auf, sondern setzte sich auch mit indigenen Völkern auseinander, deren Kultur und Lebensweise er überaus schätze. Zwar nahm er überall Messungen vor, doch dienten ihm diese Untersuchungen insbesondere dazu, seine Hypothesen zu untermauern. Stets suchte er nach jenen Zusammenhängen, jenem Wechselspiel, welches die Natur im Gleichgewicht hält. Dabei stellte Alexander von Humboldt aber auch wiederholt fest, welch zerstörerische Auswüchse die menschliche Gier annehmen kann, wenn das Augenmerk nur noch auf der Ausbeutung natürlicher Ressourcen liegt. So gelangte er zu Schlussfolgerungen, die rund zweihundert Jahre später nichts von ihrer Aktualität eingebüßt haben.</p>
<p>Als nicht ganz so fesselnd habe ich den mittleren Abschnitt des Sachbuches empfunden, in dem es vor allem darum ging, wie Alexander von Humboldt seine Ideen während seiner Aufenthalte in Paris und Berlin gesichtet, ausgearbeitet und verbreitet hat. Nichtsdestotrotz ist dieser Lebensabschnitt genauso wichtig, weil andernfalls sein Ruhm wohl nie solche Ausmaße angenommen hätte. Und dies wiederum versetzte ihn in die Lage, seine Pläne weiterzuverfolgen und seine sehnlichsten Träume wahr werden zu lassen. Seine unerschöpfliche Energie und sein nicht nachlassender Tatendrang beeindruckten mich dabei über alle Maßen.</p>
<h5>Fazit</h5>
<p>Bei „Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur“ handelt es sich um ein herausragendes Sachbuch. Das liegt einerseits an Humboldts schillernden, ungemein vielseitigen Persönlichkeit, andererseits an seinem Gedankengut, mit dem der Naturbegriff einen ganz neuen Stellenwert erlangte, der nachfolgende Generationen nachhaltig prägte. Natürlich ist dies auch der Autorin zu verdanken, die den Stoff gleichermaßen unterhaltsam und faktenbasiert an den Leser bringt. Die ausgiebigen Recherchen, deren Nachweis knapp 100 Seiten im Anhang für sich beanspruchen, sprechen eine deutliche Sprache. Daher kann ich jedem nur wärmstens empfehlen, sich mit diesem Werk zu befassen. Wir reden von Umweltschutz, Artensterben, Klimaerwärmung, Ausbeutung der Natur – alles Themen, mit denen sich Alexander von Humboldt bereits vor zweihundert Jahren auseinandergesetzt hat. Er wusste um die Probleme, die mit der exzessiven Nutzung natürlicher Ressourcen einhergehen. Aber er wusste eben auch, dass der Mensch nur zu einer Einsicht gelangen würde, wenn er den Zauber der Natur für sich entdeckte. Dieses Sachbuch hilft dabei, diesen Zauber in uns wachzurufen.</p>
<hr />
<p>Hinweis: Diese Kritik habe ich ebenfalls auf <a href="https://www.lovelybooks.de/autor/Andrea-Wulf/Alexander-von-Humboldt-und-die-Erfindung-der-Natur-1237528403-w/rezension/2807737032/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">LovelyBooks</a> eingestellt.</p>
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		<title>Zum Buch: Lockwood &#038; Co. &#8211; Die Seufzende Wendeltreppe von Jonathan Stroud</title>
		<link>https://www.rodrikandersen.de/zum-buch-lockwood-und-co-i/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rodrik]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Jul 2019 20:17:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchtipps]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Um was geht es? Seit Jahrzehnten wird Großbritannien aus unerfindlichen Gründen von Geistererscheinungen heimgesucht, die für Menschen eine große Gefahr darstellen. Jedoch kommt es nicht den Erwachsenen zu, die Geister zu bekämpfen, sondern den Kindern und Jugendlichen, die noch über [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.rodrikandersen.de/zum-buch-lockwood-und-co-i/">Zum Buch: Lockwood &#038; Co. &#8211; Die Seufzende Wendeltreppe von Jonathan Stroud</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.rodrikandersen.de">Rodrik Andersen – Autor</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h5>Um was geht es?</h5>
<p>Seit Jahrzehnten wird Großbritannien aus unerfindlichen Gründen von Geistererscheinungen heimgesucht, die für Menschen eine große Gefahr darstellen. Jedoch kommt es nicht den Erwachsenen zu, die Geister zu bekämpfen, sondern den Kindern und Jugendlichen, die noch über die notwendigen, hochsensiblen Sinne verfügen, die hierfür unabdingbar sind. So zählt auch die 15-jährige Lucy Carlyle, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, zu jenen Agenten, die sich der Aufgabe verschrieben haben, Geister gegen Bezahlung unschädlich zu machen. Auf der Suche nach einer Anstellung landet Lucy schließlich bei Lockwood &amp; Co. Neben Anthony Lockwood, dem charismatischen Inhaber, gehört nur noch George Cubbins dieser kleinen Agentur an. Als ein Auftrag missglückt, steht prompt die Existenz von Lockwood &amp; Co. auf dem Spiel. Da kommt ein lukratives Angebot ganz gelegen – wäre da nicht die Gewissheit, dass es sich um eine Aufgabe handelt, bei der es um Leben und Tod geht.<span id="more-1705"></span></p>
<h5>Meine Meinung</h5>
<p>Der Autor hält sich nicht mit langen Vorreden auf. Zum Auftakt des Romans lässt er den Leser an jenem Auftrag teilhaben, der schließlich in einem Desaster endet. Dabei wird sowohl auf das Handwerk der Geisterjäger eingegangen als auch auf die Frage, was es mit den Geistererscheinungen in Großbritannien auf sich hat. Tatsächlich fühlte ich mich anfangs an den Film „Ghostbusters“ erinnert, wobei den Agenten keine High-Tech-Waffen zur Verfügung stehen. Stattdessen müssen sie mit Degen, Eisenkugeln, Eisenspäne, Plomben und griechischem Feuer vorliebnehmen, um sich der Geister zu erwehren, mit denen sie es zu tun bekommen. Umso wichtiger ist es, mit einem eingespielten Team ein solches Unterfangen in Angriff zu nehmen.</p>
<p>All das weiß der Autor – mit den Augen der Hauptfigur Lucy – in einem wunderbar eingängigen Schreibstil zu erzählen, der sich eines reichen, anschaulichen Wortschatzes erfreut. Die düsteren und bedrohlichen Abschnitte wechseln sich gekonnt mit humorvollen Szenen ab; aufgrund der jüngsten Misserfolge und Lucys wiederholten Regelverstößen bekommen sich die Kollegen nämlich immer wieder in die Haare. Dadurch entstehen scharfzüngige Dialoge, die nicht nur viel Witz versprühen. So ist es nicht verwunderlich, dass ich die dreiköpfige Gruppe rund um Lockwood &amp; Co. rasch ins Herz schloss. Was mir ebenfalls außerordentlich gut gefiel, war die gelungene Mischung aus Gruselgeschichte, Kriminalroman und Abenteuer-Erlebnisbericht, die für Abwechslung und Spannung sorgte.</p>
<p>Angesichts dessen fielen die kleinen Schwächen des Buches kaum mehr ins Gewicht, die ich jedoch nicht unerwähnt lassen möchte. So entstand bei mir ab und zu der Eindruck, ein allwissender Erzähler gebe die Handlung wieder, obgleich Lucy die Geschichte erzählte. Dadurch konnte ich mich nur eingeschränkt in Lucy hineinversetzen. Das haben andere Autorinnen wie z.B. Stephenie Meyer oder Johanna Danniger besser hinbekommen. Ansonsten lässt sich nicht leugnen, dass Lucy und ihre männlichen Kollegen angesichts ihres noch jungen Alters äußerst vernünftig auftreten. So kam es, dass ich beim Lesen meistens Erwachsene vor meinem inneren Auge hatte – und keine Teenager.</p>
<h5>Fazit</h5>
<p>So geht Gruseln heute: Der erste Teil der Buchreihe „Lockwood &amp; Co.“ startet fulminant und hält über weite Strecken das hohe Tempo bei. Die Handlung, das Geistererscheinungsproblem und die Techniken zu dessen Bekämpfung zogen mich regelrecht in den Bann. Deshalb fiel es mir oft schwer, das Buch zur Seite zu legen, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht; dafür sorgten auch gelungene Cliffhanger am Ende vieler Kapitel. Zudem ist Lucy mit ihrer Gabe sowie emotionalen Ader die perfekte Identifikationsfigur. Insofern handelt es sich bei „Die Seufzende Wendeltreppe“ um ein großartiges und spannendes Jugendbuch, das ich nur wärmstens weiterempfehlen kann. Fest steht, dass ich unbedingt herausfinden will, wie es mit Lucy und ihren Kollegen aus der Agentur „Lockwood &amp; Co.“ weitergeht.</p>
<hr />
<p>Hinweis: Diese Kritik habe ich ebenfalls auf <a href="https://www.lovelybooks.de/autor/Jonathan-Stroud/Lockwood-Co-Die-Seufzende-Wendeltreppe-1179578113-w/rezension/2150439194/?showSocialSharingPopup=true" target="_blank" rel="noopener noreferrer">LovelyBooks</a> eingestellt.</p>
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		<title>Zum Buch: Längengrad von Dava Sobel</title>
		<link>https://www.rodrikandersen.de/zum-buch-laengengrad/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rodrik]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Jun 2018 18:32:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchtipps]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Um was geht es? Dieser wissenschaftlich angehauchte Roman beschäftigt sich mit dem Längengrad-Problem – und wie es einem genialen, schottischen Handwerker gelang, eine Lösung zu finden. Meine Meinung In der heutigen Zeit fällt es schwer, sich vorzustellen, wie es ohne [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.rodrikandersen.de/zum-buch-laengengrad/">Zum Buch: Längengrad von Dava Sobel</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.rodrikandersen.de">Rodrik Andersen – Autor</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h5>Um was geht es?</h5>
<p>Dieser wissenschaftlich angehauchte Roman beschäftigt sich mit dem Längengrad-Problem – und wie es einem genialen, schottischen Handwerker gelang, eine Lösung zu finden.<span id="more-1524"></span></p>
<h5>Meine Meinung</h5>
<p>In der heutigen Zeit fällt es schwer, sich vorzustellen, wie es ohne GPS gewesen sein muss, die aktuelle Position auf der Erde zu ermitteln. In Wirklichkeit hatte die Schifffahrt mit diesem Problem jahrhundertelang zu kämpfen, wie die Autorin eindrucksvoll zu schildern weiß. Während jeder erfahrene Seemann die geografische Breite problemlos ermitteln kann, erwies sich die Bestimmung des Längengrades als schwierig, weil es eben keine zuverlässige Methode gab – mit der Konsequenz, dass es immer wieder zu Schiffsunglücken kam. Auf den Ozeanen verließ man sich beim Navigieren also gezwungenermaßen auf sein Glück. Kein Wunder also, dass das britische Parlament Anfang des 18. Jahrhunderts mit dem „Longitude Act“ eine fürstliche Belohnung für denjenigen ausschrieb, der eine praktikable Lösung entwickelte.</p>
<p>Hier betritt nun John Harrison das Parkett, der Protagonist des Buches sozusagen. Der Schotte aus einfachen Verhältnissen widmete diesem Projekt sein Leben. Die Autorin geht dabei nicht nur auf seinen Werdegang ein, sondern schildert auch, welches handwerkliche Genie und welcher Erfindergeist in ihm schlummerten. Aufgrund der hohen Ansprüche, die er an sich selbst stellte, entwickelte er über mehrere Jahrzehnte hinweg vier Uhren, die alle für sich genommen ein Meisterwerk darstellen.</p>
<p>Die (Nach-)Erzählung nimmt an Fahrt auf, als parallel zur fortschreitenden Entwicklung eines zuverlässigen Chronometers ein weiterer Lösungsansatz ins Spiel kommt. Plötzlich fand sich der Uhrmacher nämlich in einem Wettstreit wieder. Sein Kontrahent: Nevil Maskelyne, der die Methode der Monddistanzen vorantrieb, also einen astronomischen Ansatz verfolgte. Die Schilderung dieses Wettlaufs las sich ungemein spannend. Genauso wie John Harrisons Kampf um Anerkennung für seine Erfindungen und den Erhalt des ausgeschriebenen Preisgeldes.</p>
<p>Einziger Kritikpunkt meinerseits: Die Vielzahl an Namen, die in manchen Kapiteln genannt werden, aber meistens eine Randnotiz bleiben und daher schnell wieder in Vergessenheit geraten. Eine Beschränkung auf die wichtigsten Personen hätte an diesen Stellen gutgetan.</p>
<h5>Fazit</h5>
<p>Die Autorin nimmt uns mit auf eine Zeitreise, die sich mit einer der größten Herausforderungen der Seefahrtsgeschichte auseinandersetzt. Dabei schafft sie es, dem schottischen Uhrmacher John Harrison und seinen bahnbrechenden Uhren H-1 bis H-4 ein Denkmal zu setzen. Eine Lektüre, die aufschlussreich, kurzweilig und mit einer Prise Humor gespickt ist. Alles in allem eine unterhaltsame Wissensvermittlung par excellence.</p>
<hr />
<p>Hinweis: Diese Kritik habe ich ebenfalls auf <a href="https://www.lovelybooks.de/autor/Dava-Sobel/L%C3%A4ngengrad-143261270-w/rezension/1571193393/" target="_blank" rel="noopener">LovelyBooks</a> eingestellt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.rodrikandersen.de/zum-buch-laengengrad/">Zum Buch: Längengrad von Dava Sobel</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.rodrikandersen.de">Rodrik Andersen – Autor</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die DSGVO – Fluch oder Segen?</title>
		<link>https://www.rodrikandersen.de/die-dsgvo-fluch-oder-segen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rodrik]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Apr 2018 14:49:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelle Themen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie meine Abonnenten bestimmt bemerkt haben, liegt meine letzte Newsletter-E-Mail schon geraume Zeit zurück. Einer der Hauptgründe: Die Datenschutz-Grundverordnung, auch kurz DSGVO oder EU-DSGVO genannt, die mich den vergangenen Monat auf Trab gehalten hat. Und mich in den kommenden Wochen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.rodrikandersen.de/die-dsgvo-fluch-oder-segen/">Die DSGVO – Fluch oder Segen?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.rodrikandersen.de">Rodrik Andersen – Autor</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie meine Abonnenten bestimmt bemerkt haben, liegt meine letzte <a href="https://www.rodrikandersen.de/newsletter/">Newsletter</a>-E-Mail schon geraume Zeit zurück. Einer der Hauptgründe: Die Datenschutz-Grundverordnung, auch kurz DSGVO oder EU-DSGVO genannt, die mich den vergangenen Monat auf Trab gehalten hat. Und mich in den kommenden Wochen weiterhin beschäftigen wird.</p>
<p>Da ich mir vorstellen kann, dass viele Menschen da draußen mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben oder manch einer die ganze Aufregung nicht nachvollziehen kann, möchte ich euch einen Einblick in meinen Erfahrungsschatz gewähren, den ich mir in den vergangenen Wochen erarbeitet habe – inklusive persönlicher Einschätzungen.<span id="more-1464"></span></p>
<hr />
<h4>Übersicht</h4>
<p><a class="smoothscroll" href="#DSGVO-1">1. Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) stellt sich vor</a></p>
<p><a class="smoothscroll" href="#DSGVO-2">2. Reise in die Vergangenheit – oder die Frage, warum die DSGVO so viel Panik verursacht</a></p>
<p><a class="smoothscroll" href="#DSGVO-3">3. Warum die DSGVO die Rechtsprechung zunächst unsicherer machen wird</a></p>
<p><a class="smoothscroll" href="#DSGVO-4">4. Die IP-Adresse: Das K.O.-Kriterium schlechthin</a></p>
<p><a class="smoothscroll" href="#DSGVO-5">5. Die Konsequenz: Die Rückbesinnung auf das Wesentliche</a></p>
<p><a class="smoothscroll" href="#DSGVO-6">6. Anpassungen, die ich an meiner Webseite vorgenommen habe</a></p>
<p><a class="smoothscroll" href="#DSGVO-7">7. Auf was läuft es bei der DSGVO hinaus? Eine Prognose</a></p>
<p><a class="smoothscroll" href="#DSGVO-8">8. Ein paar Worte zum Schluss</a></p>
<p><a class="smoothscroll" href="#DSGVO-9">9. Weiterführende Links zum Thema</a></p>
<hr />
<h4><a id="DSGVO-1"></a>Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) stellt sich vor</h4>
<p><a href="https://dsgvo-gesetz.de/" target="_blank" rel="noopener">Die Datenschutz-Grundverordnung umfasst 99 Gesetzesartikel</a>, trägt den offiziellen Titel „Verordnung (EU) 2016/679 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. April 2016 zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten, zum freien Datenverkehr und zur Aufhebung der Richtlinie 95/46/EG“ und trat bereits am 24. Mai 2016 in Kraft. Allerdings blieb für einen Übergangszeitraum weiterhin die nationale Gesetzgebung maßgeblich – in Deutschland somit das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG).</p>
<p>Mit dieser Schonfrist ist es aber demnächst vorbei. Ab dem 25. Mai 2018 gilt alleinig die DSGVO in Deutschland sowie in allen Mitgliedsländern der Europäischen Union.</p>
<p>Ziel und Zweck der DSGVO ist es, den Schutz von personenbezogenen Daten sicherzustellen und den freien Datenverkehr innerhalb des europäischen Binnenmarktes zu gewährleisten. Zukünftig muss der Datenschutz schon bei der Entwicklung von Produkten und Verfahren zwingend berücksichtigt werden (Privacy by Design). Zudem muss standardmäßig die höchste Datenschutzstufe voreingestellt sein (Privacy by Default), die von jeder Person individuell gelockert werden kann. Außerdem greift das Kopplungsverbot, wenn eine Vertragsleistung von einer Einwilligung in eine Datenverarbeitung abhängig gemacht wird, die hierfür nicht erforderlich ist.</p>
<p>Das alles hört sich zunächst einmal positiv an. Ich persönlich halte den Schutz meiner Daten für eine wichtige Angelegenheit, die bislang kaum Beachtung fand. Doch weshalb eigentlich? Schließlich galt ja schon vor der DSGVO in Deutschland das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG). Und die entsprechenden Aufsichtsbehörden gibt es auch bereits. Was ändert sich also mit der DSGVO überhaupt?</p>
<h4><a id="DSGVO-2"></a>Reise in die Vergangenheit – oder die Frage, warum die DSGVO so viel Panik verursacht</h4>
<p>Es ist pure Ironie, dass ausgerechnet das BDSG als Blaupause für die DSGVO-Gesetzgebung herangezogen wurde. So gesehen ändert sich für Unternehmen und Webseitenbetreiber eigentlich gar nicht so viel. Trotzdem wird ein unglaubliches Theater darum gemacht. Das hat folgenden Grund:</p>
<p>Bislang haben die Aufsichtsbehörden in Deutschland überaus geduldig reagiert, wenn es zu datenschutzrechtlichen Verstößen kam. Im Grunde konnten sich die Unternehmen darauf verlassen, dass die Aufsichtsbehörden in den meisten Fällen zu ihren Gunsten entschieden oder nur geringe Bußgelder verhängten. Insofern gab es keine wirkliche Notwendigkeit, sich an die Gesetzgebung zu halten. Wo kein Richter, da kein Henker.</p>
<p>Die DSGVO zieht jetzt aber andere Saiten auf: Zukünftig sind die Aufsichtsbehörden dazu verpflichtet, bei Verstößen Bußgelder mit abschreckender Wirkung zu verhängen. Das spiegelt sich schon in den neuen Höchstsätzen wieder:</p>
<ul>
<li><strong>Verfahrensrechtliche Bußgelder:</strong> 50.000 Euro (Telemediengesetz – TMG) vs. 10.000.000 Euro oder 2 % des gesamten Vorjahresumsatzes (DSGVO)</li>
<li><strong>Materiellrechtliche Bußgelder:</strong> 300.000 Euro (BDSG) vs. 20.000.000 Euro oder 4 % des gesamten Vorjahresumsatzes (DSGVO)</li>
</ul>
<p>Für gestandene Unternehmen mögen diese Zahlen ja vielleicht angemessen sein. Aber bei einem kleinen Buch-Blogger? Oder einem kleinen Unternehmen, das lediglich im Internet präsent sein will und sich auf diesem Weg weitere Kommunikationskanäle erschließen möchte?</p>
<p>Auf jeden Fall zeigen die genannten Punkte auf, dass es ab dem 25. Mai 2018 wirklich ans Eingemachte gehen kann, wenn den Datenschutzgesetzen keine Rechnung getragen wird.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1453 size-full" src="https://www.rodrikandersen.de/wp-content/uploads/2018/04/Paragraphenlabyrinth.jpg" alt="Öffnungsklauseln und Interpretationsspielräume machen die Gesetzesartikel der DSGVO zu einer unsicheren Angelegenheit" width="800" height="600" srcset="https://www.rodrikandersen.de/wp-content/uploads/2018/04/Paragraphenlabyrinth.jpg 800w, https://www.rodrikandersen.de/wp-content/uploads/2018/04/Paragraphenlabyrinth-300x225.jpg 300w, https://www.rodrikandersen.de/wp-content/uploads/2018/04/Paragraphenlabyrinth-768x576.jpg 768w, https://www.rodrikandersen.de/wp-content/uploads/2018/04/Paragraphenlabyrinth-230x173.jpg 230w, https://www.rodrikandersen.de/wp-content/uploads/2018/04/Paragraphenlabyrinth-350x263.jpg 350w, https://www.rodrikandersen.de/wp-content/uploads/2018/04/Paragraphenlabyrinth-480x360.jpg 480w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<h4><a id="DSGVO-3"></a>Warum die DSGVO die Rechtsprechung zunächst unsicherer machen wird</h4>
<p>Überall, wo es um die DSGVO geht, findet sich stets ein Hinweis oder ein Disclaimer, der in etwa wie folgt lautet:</p>
<blockquote><p>»Die nachfolgenden Hinweise sind ausdrücklich nicht als rechtliche Beratung zu verstehen. Wir empfehlen Ihnen nachdrücklich, eine datenschutzrechtliche Rechtsberatung in Anspruch zu nehmen. Es wird keinerlei Haftung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der dargelegten Informationen übernommen (…)«</p></blockquote>
<p>Dabei ist es egal, ob es sich um einen praktizierenden Anwalt handelt, der Tipps und Handlungsanweisungen gibt, oder eine normale Person, die sich in ihrer Freizeit mit dieser Thematik auseinandergesetzt hat.</p>
<p>Warum diese Vorsicht?</p>
<p>Grundsätzlich halte ich es für richtig, wenn der Ansatz „Gleiches Recht für alle“ verfolgt wird. Doch gibt es im juristischen Umfeld bekanntlich kein Gesetz ohne entsprechende Ausnahmeregelungen oder Interpretationsspielräume. Dieses ungeschriebene Gesetz trifft leider auch auf die DSGVO zu. Zwei Beispiele sollen dies belegen:</p>
<ul>
<li><strong>Öffnungsklauseln:</strong> In der DSGVO sind teilweise sogenannte Öffnungsklauseln (siehe <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96ffnungsklausel" target="_blank" rel="noopener">Wikipedia</a>) enthalten, die es den nationalen Gesetzgebern erlauben, eigene Schwerpunkte zu setzen oder Interpretationsspielräume in den Formulierungen zu spezifizieren. Es läuft also darauf hinaus, dass trotz einer Datenschutz-Grundverordnung, die für alle EU-Mitgliedsländer maßgeblich ist, doch wieder Unterschiede auf nationaler Ebene die Folge sein werden. Wer sich also nicht mit den DSGVO-eigenen Klauseln verschiedener EU-Länder auseinandersetzen möchte, tut gut daran, sämtliche Dienstleister bzw. „Auftragsverarbeiter“, die auch nur im entferntesten mit datenschutzrechtlichen Aspekten zu tun haben (und wer hat das nicht?), mit Sitz im eigenen Land zu wählen. Damit ist ein wesentlicher Vorteil der DSGVO, wie ich meine, bereits verspielt.</li>
<li><strong>Begrifflichkeiten:</strong> Nehmen wir uns den Begriff „personenbezogene Daten“ zur Brust, der schon im Text genannt wurde:</li>
</ul>
<blockquote><p>»Im Sinne dieser Verordnung bezeichnet der Ausdruck „personenbezogene Daten“ alle Informationen, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person (…) beziehen; als identifizierbar wird eine natürliche Person angesehen, die direkt oder indirekt, insbesondere mittels Zuordnung zu einer Kennung wie einem Namen, zu einer Kennnummer, zu Standortdaten, zu einer Online-Kennung oder zu einem oder mehreren besonderen Merkmalen identifiziert werden kann, die Ausdruck der physischen, physiologischen, genetischen, psychischen, wirtschaftlichen, kulturellen oder sozialen Identität dieser natürlichen Person sind;«</p>
<p><a href="https://dsgvo-gesetz.de/art-4-dsgvo/" target="_blank" rel="noopener">Auszug aus Artikel 4, DSGVO – Begriffsbestimmungen</a></p></blockquote>
<p>Das hört sich zunächst einmal eingängig und ziemlich unscheinbar an. Leider täuscht der Eindruck, und zwar gewaltig. Bereits diese Phrasen sind mit reichlich Komplexität ausgestattet, wie sich bei genauerer Betrachtung zeigt.</p>
<p>Dass der Name einer Person zu den personenbezogenen Daten gehört, leuchtet ein. Bei der E-Mail-Adresse wird es schon schwieriger: Handelt es sich um eine allgemeine (Beispiel: info@beispielunternehmen.de) oder eine personifizierte (Beispiel: max.mustermann@beispielunternehmen.de) E-Mail-Adresse? Nur bei Letzterer handelt es sich um ein personenbezogenes Datum. Bei der Sozialversicherungsnummer oder anderen behördlichen Kennungen ist der Fall hingegen wieder klar. Aber was ist eigentlich mit der IP-Adresse, jener Adresse, die zur Kommunikation im Internet zwingend erforderlich ist? Spätestens mit dieser Frage wird es äußerst unbequem …</p>
<p>Wir merken also: Solange die genaue Bedeutung mancher Begrifflichkeit oder Formulierung nicht durch gerichtliche Präzedenzfälle geklärt wurde, wird die DSGVO zunächst vor allem eines mit sich bringen: Unsicherheit.</p>
<h4><a id="DSGVO-4"></a>Die IP-Adresse: Das K.O.-Kriterium schlechthin</h4>
<p>Um meine zuvor aufgeworfene Frage zu beantworten: Ja, die IP-Adresse ist ein personenbezogenes Datum. Und damit fällt die gesamte Internet-Kommunikation per se unter die DSGVO! Die Konsequenzen, die mit dieser Feststellung verbunden sind, erschlossen sich mir erst nach und nach. Und stellten mich vor nahezu unlösbare Probleme. Weshalb ich in vielen Fällen zu drastischen Maßnahmen griff (hierzu später mehr).</p>
<p>Beispielsweise ist es (bisher!) anerkannte Praxis, dass Schriftarten (Fonts) für die eigene Webseite nicht lokal verwaltet, sondern von einer externen Quelle im Internet bezogen werden. Hierzu kann eine Server-Anfrage (Request) z.B. an eine Google-Fonts-Bibliothek gestellt werden, die die Antwort (Response) in Form von Datenpaketen, die die benötigten Schriftarten beinhalten, an den Client zurückliefert. Der Clou bei der Sache: Bei Bedarf kann ich einfach eine andere Schriftart auswählen bzw. angeben, um das Schriftbild meiner Webseite zu verändern, ohne dass ich hierzu irgendwelche Fonts-Dateien auf dem Server hinterlegen müsste. Eine komfortable Lösung – wäre da nicht der Umstand, dass im Zuge der Schriftarten-Beschaffung auch die IP-Adresse des Webseitenbesuchers an den Google-Server gesendet wird.</p>
<p>Natürlich könnten wir nun argumentieren: Google braucht die IP-Adresse eben, um die Schriftarten zurückzuliefern. Das stimmt auch. Aber was wir nicht wissen, ist, was Google sonst noch mit dieser IP-Adresse anstellt. Wird dieses personenbezogene Datum im Hintergrund gespeichert und vielleicht für irgendwelche Analysen und Auswertungen verarbeitet? Wer weiß? Wer kann das schon wissen? Trotzdem liegt es nun in der Verantwortung des Webseitenbetreibers, sich mit genau diesen Fragen auseinanderzusetzen. Bereits bei diesem einfachen Beispiel bewegt man sich nämlich in einer rechtlichen Grauzone.</p>
<h4><a id="DSGVO-5"></a>Die Konsequenz: Die Rückbesinnung auf das Wesentliche</h4>
<p>Vorbei sind die Zeiten, in denen ich bedenkenlos ein YouTube-Video oder eine Google-Maps-Karte auf meiner Webseite einbinden konnte. Oder Social Media-Buttons, um Inhalte zu teilen. Oder nach Lust und Laune Embeds und Widgets in meine Webseite eingebaut habe. Denn in all diesen Fällen werden personenbezogene Daten an Drittanbieter weitergegeben – und hierbei sprechen wir nicht nur von der IP-Adresse!</p>
<p>Selbst die allseits beliebte Kommentar-Funktion bei Blog-Beiträgen muss auf den Prüfstand gestellt werden, weil stets personenbezogene Daten auf dem lokalen Server gespeichert werden. Wie hole ich in diesem Fall eine rechtlich einwandfreie Einwilligung zur Speicherung von personenbezogenen Daten vom Webseitenbesucher ein, bevor dieser einen Kommentar erfassen darf? Wie stellt man als Webseitenbetreiber die Datensicherheit – auch zwecks Nachweispflicht – sicher? Ehe ich mich versah, fand ich mich in einem Hamsterrad wieder, aus dem es kein Entrinnen gab. Was also tun?</p>
<p>Der einzig brauchbare Lösungsansatz aus meiner Sicht: Verzicht. Eine Rückbesinnung oder (Selbst-)Beschränkung auf das Wesentliche.</p>
<p>Dabei kann ich von Glück sagen, dass ich von Anfang an ziemlich restriktiv mit der Einbindung fremder Inhalte verfahren bin. Trotzdem lief es am Ende darauf hinaus, eine weniger ansprechende Webseite mit eingeschränkten Interaktionsmöglichkeiten zu schaffen. Dies ist natürlich traurig und schade. Aber inzwischen fasse ich es als heilsamen Verschlankungsprozess auf.</p>
<p>Selbstverständlich gäbe es für viele Probleme, die mit der DSGVO ins Haus stehen, entsprechende Lösungen in Form von Plugins oder Erweiterungen. Aber je mehr Plugins und Erweiterungen installiert sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass</p>
<ul>
<li>… es zu unerwünschten Interferenzen (Seiteneffekten) kommt</li>
<li>… Sicherheitslücken von Hackern ausgenutzt werden</li>
<li>… sich die Ladezeiten der Webseite erhöhen.</li>
</ul>
<p>Dasselbe gilt für Dienstleistungen und Web-Inhalte Dritter. In solchen Fällen müsste ich jedes Mal im Vorfeld einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung abschließen, wenn ich auf der rechtlich sicheren Seite sein will.</p>
<p>Insofern nahm ich von all dem Abstand, fasste mir ein Herz und schlug den radikalen Weg ein.</p>
<h4><a id="DSGVO-6"></a>Anpassungen, die ich an meiner Webseite vorgenommen habe</h4>
<p>Im Zuge meines DSGVO-Marathons habe ich folgende Maßnahmen ergriffen:</p>
<ul>
<li>Die Kommentarfunktion habe ich deaktiviert, sämtliche bis dahin vorhandenen Kommentare schweren Herzens gelöscht.</li>
<li>Ich habe den Newsletter-Anbieter gewechselt.</li>
<li>Ich habe meine Webseite bzgl. der Nutzung externer Quellen überprüft und entsprechende Anpassungen vorgenommen.</li>
<li>Eingebettete YouTube-Videos wurden durch einfache Text-Links ersetzt.</li>
<li>Ich habe meine Datenschutzerklärung von Grund auf überarbeitet.</li>
</ul>
<p>Weitere Anpassungen und Maßnahmen stehen in den kommenden Tagen an.</p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter wp-image-1452 size-full" src="https://www.rodrikandersen.de/wp-content/uploads/2018/04/Fluch-oder-Segen.jpg" alt="Ob es sich bei der DSGVO um einen Fluch oder Segen handelt, wird sich erst noch zeigen" width="800" height="600" srcset="https://www.rodrikandersen.de/wp-content/uploads/2018/04/Fluch-oder-Segen.jpg 800w, https://www.rodrikandersen.de/wp-content/uploads/2018/04/Fluch-oder-Segen-300x225.jpg 300w, https://www.rodrikandersen.de/wp-content/uploads/2018/04/Fluch-oder-Segen-768x576.jpg 768w, https://www.rodrikandersen.de/wp-content/uploads/2018/04/Fluch-oder-Segen-230x173.jpg 230w, https://www.rodrikandersen.de/wp-content/uploads/2018/04/Fluch-oder-Segen-350x263.jpg 350w, https://www.rodrikandersen.de/wp-content/uploads/2018/04/Fluch-oder-Segen-480x360.jpg 480w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<h4><a id="DSGVO-7"></a>Auf was läuft es bei der DSGVO hinaus? Eine Prognose</h4>
<p>Machen wir uns nichts vor: Die DSGVO spielt vor allem den ohnehin schon mächtigen Unternehmen wie Amazon, Facebook, Google und Co. in die Hände, auch wenn es zunächst einmal nicht danach aussieht. Zwar werden unsere personenbezogenen Daten unter Umständen besser geschützt sein (welche Aufsichtsbehörde ist schon in der Lage, das zu überprüfen?). Aber gerade diese Unternehmen können es sich leisten, eine Heerschar von Anwälten zu beschäftigen, die nichts anderes tun, als Schlupflöcher auszumachen und auszunützen, die sich in den Gesetzesartikeln finden lassen. Die bereits erwähnten Öffnungsklauseln halte ich ebenfalls für eine große Gefahr, öffnen sie der Lobbyarbeit Tür und Tor.</p>
<p>Die kleinen Unternehmen und einfachen Webseitenbetreiber hingegen haben das Nachsehen. Die Hürden aus datenschutzrechtlicher Sicht fallen dermaßen hoch aus, dass dies gerade Start-ups oder Selbstständigen den Eintritt ins Geschäftsleben zusätzlich erschweren wird. Eine ausführliche Rechtsberatung dürfte gerade zu Beginn aus monetärer oder zeitlicher Sicht kaum drin sein. Da wird man eher von einer eigenen Webseite absehen und die geringere Sichtbarkeit in Kauf nehmen. Diese Aspekte spielen den etablierten Unternehmen und Konzernen in die Hände, werden doch die Markteintrittsbarrieren erhöht und somit die Entstehung neuer Konkurrenten eingedämmt.</p>
<h4><a id="DSGVO-8"></a>Ein paar Worte zum Schluss</h4>
<p>Der eigentlich untadelige Wunsch des Europäischen Parlaments, die personenbezogenen Daten der Menschen in der EU unter Schutz zu stellen, wird meiner Meinung nach auf lange Sicht zu weniger Vielfalt führen und die Konzentration in vielen wichtigen Internet-Bereichen wie z.B. Suchmaschinen-Portalen, E-Commerce- oder Social Media-Plattformen weiter vorantreiben.</p>
<p>Die Detailverliebtheit, mit der manche BloggerInnen die Herausforderungen der DSGVO angegangen sind, nötigt mir da Respekt ab. Mit Herzblut haben sie sich an die Umsetzung gemacht. Von den daraus hervorgegangenen Maßnahmenkatalogen habe auch ich profitiert. An dieser Stelle möchte ich diesen Personen meinen Dank und meine Hochachtung aussprechen.</p>
<p>Klar: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Aber warum mit Kanonen auf Spatzen schießen? Warum kann im Fall der DSGVO keine Differenzierung stattfinden? Umsatzstarke Konzerne mit kleinen Webseitenbetreibern gleichzusetzen, die sich in vielen Fällen mit ihrem Hobby nur ein Zubrot verdienen möchten, halte ich persönlich für weit hergeholt und reichlich unangemessen. Manchmal ist es eben doch besser, wenn nicht gleiches Recht für alle gilt. Schließlich können auch nicht alle aus denselben Ressourcen schöpfen.</p>
<p>Allerdings ist es der DSGVO zu verdanken, dass der Datenschutz endlich mehr in den Fokus des öffentlichen Interesses gerückt ist. Die EU-ePrivacy-Verordnung, die vermutlich 2019 ansteht, wird dafür sorgen, dass sich an diesem Umstand so schnell nichts ändern wird. Diese positive Entwicklung ist meiner Ansicht nach längst überfällig.</p>
<p>Machen wir also das Beste draus!</p>
<hr />
<h4><a id="DSGVO-9"></a><strong>Weiterführende Links zum Thema:</strong></h4>
<p><a href="https://dsgvo-gesetz.de/" target="_blank" rel="noopener">Sämtliche Artikel der Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) zum Nachlesen</a></p>
<p><a href="https://binary-butterfly.de/artikel/dsgvo-so-viel-panik-fuer-nichts-neues-und-warum-es-trotzdem-ein-grundlegendes-problem-gibt/" target="_blank" rel="noopener">binary-butterfly.de: So viel Panik für nichts Neues – und warum es trotzdem ein grundlegendes Problem gibt</a></p>
<p><a href="http://lesefreude.at/dsgvo-leifaden-fuer-blogger/" target="_blank" rel="noopener">Lesefreude.at: DSGVO – Leitfaden für Blogger</a></p>
<p><a href="https://datenschmutz.net/dsgvo-checkliste-fuer-blogs/" target="_blank" rel="noopener">Datenschmutz.net: DSGVO Checkliste für Blogger</a>: Ritchie Pettauer gibt einen umfassenden Überblick zu Problempunkten und möglichen Lösungsansätzen, die ständig aktualisiert wurden – der beste Artikel, den ich bis dato zu diesem Thema gefunden habe. Wer eine Vorstellung bekommen will, mit was sich die Blogger-Szene gerade herumschlagen muss, sollte hier mal einen Blick reinwerfen!</p>
<hr />
<p><strong>Nachtrag vom 16.04.2018:</strong></p>
<p>Soeben bin ich auf den <a href="http://www.selfpublisherbibel.de/alles-ganz-kogisch-die-dsgvo-fuer-autorinnen-und-autoren-und-wie-sie-das-gesetz-umsetzen/" target="_blank" rel="noopener">Artikel „Alles ganz logisch: Die DSGVO für Autorinnen und Autoren – und wie Sie das Gesetz umsetzen“ bei „Die Self-Publisher-Bibel“</a> aufmerksam geworden. Hier finden sich weitere hilfreiche Hinweise und Lösungsansätze zur Umsetzung der DSGVO.</p>
<p>Bei dieser Gelegenheit könnt ihr euch auch die dortige Datenschutzerklärung anschauen. Mal ehrlich: Welcher Internet-User liest sich – auf jeder Webseite, die aufgesucht wird – einen solchen Roman durch? Auch hier zeigt sich, dass die DSGVO zwar gut gemeint ist, aber über das eigentliche Ziel hinausschießt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.rodrikandersen.de/die-dsgvo-fluch-oder-segen/">Die DSGVO – Fluch oder Segen?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.rodrikandersen.de">Rodrik Andersen – Autor</a>.</p>
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		<title>Zum Buch: Gut gegen Nordwind von Daniel Glattauer</title>
		<link>https://www.rodrikandersen.de/zum-buch-gut-gegen-nordwind/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rodrik]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Apr 2018 14:11:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchtipps]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Um was geht es? Wäre ich in einer Buchhandlung gewesen: Weder der Titel noch das Cover hätten mich auf irgendeine Weise angesprochen. Zum Glück hat mir dieses Buch aber ein Freund empfohlen, so dass ich mich ganz auf den Inhalt [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.rodrikandersen.de/zum-buch-gut-gegen-nordwind/">Zum Buch: Gut gegen Nordwind von Daniel Glattauer</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.rodrikandersen.de">Rodrik Andersen – Autor</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h5>Um was geht es?</h5>
<p>Wäre ich in einer Buchhandlung gewesen: Weder der Titel noch das Cover hätten mich auf irgendeine Weise angesprochen. Zum Glück hat mir dieses Buch aber ein Freund empfohlen, so dass ich mich ganz auf den Inhalt konzentrieren konnte.</p>
<p>Die eigentliche Geschichte ist schnell erzählt: Durch Zufall kommt Emmi mit Leo via E-Mail ins Gespräch. Anfangs will sie eigentlich nur eine Zeitschrift abbestellen und vertippt sich bei der E-Mail-Adresse. Doch dieser kleine Fehler hat gravierende Auswirkungen. Rasch entwickelt sich zwischen den beiden ein anhaltender und intensiver werdender Nachrichtenaustausch. Gefühle kommen ins Spiel. Und die Frage, ob sich die beiden eines Tages außerhalb des virtuellen Raums kennenlernen werden, wird immer drängender. Mehr Details will ich an dieser Stelle nicht preisgeben.<span id="more-1459"></span></p>
<h5>Meine Meinung</h5>
<p>Das hört sich jetzt furchtbar banal an. Was macht also den Reiz dieser Geschichte aus?</p>
<p>Vor allem sind es die witzigen und bissigen Dialoge zwischen Emmi und Leo, die einfach großen Spaß machen. Der Begriff „Wortwitz“ bekommt so eine ganz neue Bedeutung. Schon nach wenigen Seiten entspinnt sich eine Unterhaltung, die mich regelrecht gefangen nahm. Und man mag es kaum glauben: Selbst für unterhaltsame Wendungen ist gesorgt. Das Lesen zwischen den Zeilen, die gegenseitigen Missverständnisse, die sich zwangsläufig immer ergeben, ließen mich unaufhörlich mitfiebern.</p>
<p>Ab und zu fühlte ich mich an den Film „Das Leben der Anderen“ erinnert. Aufgrund dessen, dass ich den E-Mail-Verkehr zweier mir unbekannter Menschen mitlas, kam ich mir manchmal wie ein Spitzel vor, der unerlaubterweise eine persönliche Unterhaltung belauscht. Und der sich insgeheim wünscht, dass diese beiden Menschen irgendwie zueinanderfinden werden.</p>
<p>Zwar gab es am Ende des Buches ein paar Entwicklungen, die ich persönlich anders gehandhabt hätte. Und auch die Sache mit dem „Nordwind“ wird erst ziemlich spät aufgelöst und dann plötzlich ununterbrochen aufgegriffen, was ebenfalls nicht hätte sein müssen. Aber diese Punkte sind letztlich kaum ins Gewicht gefallen.</p>
<h5>Fazit</h5>
<p>Die Geschichte von Emmi und Leo ist originell, kurzweilig und erfrischend anders. Sie ist lustig, faszinierend und in mancher Hinsicht sogar nachdenklich stimmend. Von Anfang an fieberte ich mit den beiden mit und wünschte ihnen nur das Beste. Wer tagtäglich mit E-Mails oder Messenger-Diensten zu tun hat, wird sich bei Gut gegen Nordwind zweifellos bestens unterhalten fühlen.</p>
<hr />
<p>Hinweis: Diese Kritik habe ich ebenfalls auf <a href="https://www.lovelybooks.de/autor/Daniel-Glattauer/Gut-gegen-Nordwind-41192959-w/rezension/1550382845/" target="_blank" rel="noopener">LovelyBooks</a> eingestellt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.rodrikandersen.de/zum-buch-gut-gegen-nordwind/">Zum Buch: Gut gegen Nordwind von Daniel Glattauer</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.rodrikandersen.de">Rodrik Andersen – Autor</a>.</p>
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		<item>
		<title>Zum Buch: Der Krater von Douglas Preston</title>
		<link>https://www.rodrikandersen.de/zum-buch-der-krater/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rodrik]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Mar 2018 17:16:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchtipps]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.rodrikandersen.de/?p=1308</guid>

					<description><![CDATA[<p>Um was geht es? Ein Meteorit sorgt in einem kleinen Küstenort von Maine, USA, für Aufregung. Die junge Abbey sieht die Chance, als Meteoriten-Jägerin zu Geld zu kommen. Zeitgleich begibt sich der vormalige CIA-Agent Wyman nach Kambodscha, um dem Ursprung [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.rodrikandersen.de/zum-buch-der-krater/">Zum Buch: Der Krater von Douglas Preston</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.rodrikandersen.de">Rodrik Andersen – Autor</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h5>Um was geht es?</h5>
<p>Ein Meteorit sorgt in einem kleinen Küstenort von Maine, USA, für Aufregung. Die junge Abbey sieht die Chance, als Meteoriten-Jägerin zu Geld zu kommen. Zeitgleich begibt sich der vormalige CIA-Agent Wyman nach Kambodscha, um dem Ursprung radioaktiver Edelsteine auf den Grund zu gehen und stößt dort auf einen mysteriösen Krater.<span id="more-1308"></span></p>
<h5>Meine Meinung</h5>
<p>Tatsächlich haben die beiden zentralen Handlungsstränge im ersten Teil des Buches zunächst einmal nichts miteinander zu tun. Das störte mich aber nicht weiter, da sämtliche Protagonisten ihre ganz eigenen Vorzüge mit sich bringen und ihre eigenen Projekte vorantreiben. Auch das Rätselraten, was es mit den merkwürdigen Phänomenen und Entdeckungen auf sich hat, sorgte nachhaltig für Spannung. Außerdem verleiteten mich die kurzen Kapitel (hundert Stück an der Zahl) immer wieder dazu, noch ein Stückchen weiterzulesen.</p>
<p>Der große Wendepunkt, der sich dann im zweiten Buchteil anbahnt, leitet dann aber ein wahres Fest für Science-Fiction-Fans ein. An dieser Stelle auch nur Kleinigkeiten zum Plot zu verraten, käme einem Frevel gleich. Gerade das Ende der Geschichte empfand ich als überaus stimmig und gelungen, in mancher Hinsicht sogar nachdenklich stimmend. Genial!</p>
<p>Angesichts dessen nahm ich gewisse Unstimmigkeiten gern in Kauf. So gab es doch die ein oder andere Länge oder Logiklücke im Plot, die nicht unbedingt hätte sein müssen. Oder ein ansonsten hochintelligenter und aufgeweckter Charakter handelte plötzlich geradezu dämlich, als es darum ging, sein Leben wieder auf die Reihe zu bekommen. Dies sind aber nur Kleinigkeiten, die bei mir kaum ins Gewicht gefallen sein und das Lesevergnügen nicht geschmälert haben.</p>
<h5>Fazit</h5>
<p>Ein Buch, das die Rubrik „Thriller“ tatsächlich verdient – spannend und atemlos bis zur letzten Seite, ein wahrer Page-Turner. Wer sich für Science-Fiction interessiert oder bereits das Buch „Credo“ desselben Autors mit Begeisterung gelesen hat, sollte unbedingt zugreifen.</p>
<hr />
<p>Hinweis: Diese Kritik habe ich ebenfalls auf <a href="https://www.lovelybooks.de/autor/Douglas-Preston/Der-Krater-417259007-w/rezension/1545245485/" target="_blank" rel="noopener">LovelyBooks</a> eingestellt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.rodrikandersen.de/zum-buch-der-krater/">Zum Buch: Der Krater von Douglas Preston</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.rodrikandersen.de">Rodrik Andersen – Autor</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Von der Idee zum Buch – zwei Herangehensweisen</title>
		<link>https://www.rodrikandersen.de/von-der-idee-zum-buch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rodrik]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Mar 2018 16:07:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rund ums Schreiben]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.rodrikandersen.de/?p=1233</guid>

					<description><![CDATA[<p>Eine der beliebtesten Fragen an Autoren lautet: Wie ist die Geschichte zum Buch eigentlich entstanden? Die Antwort darauf ist meist dieselbe: Ein magischer Moment der Inspiration genügte, um den inneren Drang übermächtig werden zu lassen, seine Idee aufs Papier zu [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.rodrikandersen.de/von-der-idee-zum-buch/">Von der Idee zum Buch – zwei Herangehensweisen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.rodrikandersen.de">Rodrik Andersen – Autor</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine der beliebtesten Fragen an Autoren lautet: Wie ist die Geschichte zum Buch eigentlich entstanden?</p>
<p>Die Antwort darauf ist meist dieselbe: Ein magischer Moment der Inspiration genügte, um den inneren Drang übermächtig werden zu lassen, seine Idee aufs Papier zu bringen. Oft reicht schon ein kleiner Funke als Impulsgeber aus. Plötzlich haben die „Betroffenen“ keine andere Wahl, als sich mit ihren Einfällen und Gedanken auseinanderzusetzen. Dies garantiert aber nicht, dass daraus auch irgendwann eine Veröffentlichung hervorgeht. Bis dahin ist es in der Regel ein langer, beschwerlicher Weg.</p>
<p>Was ist also zu tun, wenn man von einer Idee gepackt wird? Spätestens an diesem Punkt wünschen wir uns eine Art Anleitung, die uns dabei hilft, den Übergang zum eigenen Roman zu erleichtern. Deshalb gebe ich euch eine kleine Anleitung zur Hand.</p>
<p><span id="more-1233"></span></p>
<h4>Der Ausgangspunkt ist entscheidend</h4>
<p>Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Ausgangspunkte, um eine Idee zu einer ausgereiften Geschichte weiterzuentwickeln. Ausschlaggebend ist dabei das Kernelement der Idee. Daher sollte die allererste Frage lauten: Hatte ich eine Figur vor Augen, die eine maßgebliche Rolle in der Handlung einnimmt? Oder schwebte mir vielmehr eine Szene vor, die einen Schlüsselmoment oder Wendepunkt der Geschichte skizziert?</p>
<h4>Charakter-zentrierter Ansatz vs. plot-zentrierter Ansatz</h4>
<p><img decoding="async" class="aligncenter wp-image-1238 size-full" src="https://www.rodrikandersen.de/wp-content/uploads/2018/03/Ansätze.jpg" alt="Von der Idee zum Buch - Zwei konkurrierende Ansätze" width="800" height="600" srcset="https://www.rodrikandersen.de/wp-content/uploads/2018/03/Ansätze.jpg 800w, https://www.rodrikandersen.de/wp-content/uploads/2018/03/Ansätze-300x225.jpg 300w, https://www.rodrikandersen.de/wp-content/uploads/2018/03/Ansätze-768x576.jpg 768w, https://www.rodrikandersen.de/wp-content/uploads/2018/03/Ansätze-230x173.jpg 230w, https://www.rodrikandersen.de/wp-content/uploads/2018/03/Ansätze-350x263.jpg 350w, https://www.rodrikandersen.de/wp-content/uploads/2018/03/Ansätze-480x360.jpg 480w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p>Es ist fast schon eine Legende, wie „Harry Potter“ das Licht der Welt erblickte. Die Schöpferin des Zauberers mit der blitzförmigen Narbe auf der Stirn, Joanne K. Rowling, saß damals in einem Zug, der von Manchester nach London fuhr und Verspätung hatte. Dort kam ihr nicht nur Harry Potter mit allen Einzelheiten in den Sinn, sondern auch die beiden Protagonisten Ronald Weasley und Hermione Granger (Quelle: <a href="http://www.businessinsider.de/the-rags-to-riches-story-of-jk-rowling-2015-5?r=US&amp;IR=T" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Business Insider Deutschland</a>). Dies war der Startschuss für eine der erfolgreichsten Buchserien überhaupt.</p>
<p>Der Autor Marc Elsberg näherte sich der Handlung seines Romans „Blackout“ auf andere Weise an:</p>
<blockquote><p>»Seit Jahren fasziniert mich die zunehmende Vernetzung in unserer globalisierten Welt – also die Tatsache, dass mehr denn je alles mit allem zusammenhängt. Irgendwann fragte ich mich: Was passiert, wenn ein Glied dieser Netze ausfällt? Oder gleich mehrere? Von dort war es nicht mehr weit zum Thema „kritische Infrastrukturen“.«</p>
<p>Marc Elsberg <a href="http://www.blackout-das-buch.de/autor.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">im Interview auf der Webseite zum Buch „Blackout“</a></p></blockquote>
<p>Bei Elsberg diente demnach das Thema der Geschichte als Ausgangspunkt. Ihm war es ein Anliegen, seinen Leserinnen und Lesern die Anfälligkeit unserer Gesellschaft für kritische Infrastrukturen vor Augen zu führen.</p>
<h4>Das weitere Vorgehen</h4>
<p>Die Idee ist geboren, doch wie geht es danach weiter?</p>
<p>Wir ahnen: Lebendige Charaktere als Identifikationsfiguren reichen allein nicht aus. Genauso wenig genügt ein spannender Plot, wenn es an Figuren mangelt, für die sich eine breite Leserschaft begeistern kann.</p>
<p>Im Beispiel von Joanne K. Rowling vergingen fünf Jahre, bis der erste Band „Harry Potter und der Stein der Weisen“ schließlich vollendet war. Zwar hatte die Autorin zwischen 1990 und 1995 mit mehreren Schicksalsschlägen zu kämpfen – aber wir können auch davon ausgehen, dass es einfach Zeit brauchte, die Welt der Hexen und Zauberer rund um Hogwarts zu erschaffen. Und einen roten Faden zu finden, der sich durch sämtliche sieben Werke der Heptalogie zieht.</p>
<p>An dieser Stelle möchte ich euch eine Vorgehensweise vorstellen, die den Übergang von der Idee zum Buch erleichtern kann. Die beschriebenen Schritte stammen dabei nicht allein von mir, sondern lehnen sich an Vorschläge an, die ich in verschiedenen Schreibratgebern und anderen Artikeln gefunden habe und als sinnvoll erachtete.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1232 size-full" src="https://www.rodrikandersen.de/wp-content/uploads/2018/03/Schritte.jpg" alt="Von der Idee zum Buch - 4 Schritte, um Struktur in die eigene Geschichte zu bringen" width="800" height="600" srcset="https://www.rodrikandersen.de/wp-content/uploads/2018/03/Schritte.jpg 800w, https://www.rodrikandersen.de/wp-content/uploads/2018/03/Schritte-300x225.jpg 300w, https://www.rodrikandersen.de/wp-content/uploads/2018/03/Schritte-768x576.jpg 768w, https://www.rodrikandersen.de/wp-content/uploads/2018/03/Schritte-230x173.jpg 230w, https://www.rodrikandersen.de/wp-content/uploads/2018/03/Schritte-350x263.jpg 350w, https://www.rodrikandersen.de/wp-content/uploads/2018/03/Schritte-480x360.jpg 480w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<h5><a id="Schritt-1"></a>Schritt 1: Formulierung der Prämisse</h5>
<p>Die Prämisse bestimmt, um welches zentrale Thema der Roman kreist. Dabei handelt es sich zugleich um jene These, die in der Geschichte bewiesen werden soll. Und all das – die Essenz eures Werkes, wenn man so will – soll in einem einzigen Satz gebündelt werden! Hier zwei Beispiele zum besseren Verständnis:</p>
<blockquote><p>Harry Potter: „Allein durch Liebe und Freundschaft wird am Ende das Böse besiegt.“</p>
<p>Blackout: „Wenn die Stromversorgung in Europa eine Woche lang ausfällt, hört unsere moderne Welt auf zu existieren.“</p></blockquote>
<p>Dabei fällt auf: Die Prämisse von Harry Potter ist deutlich unspezifischer als diejenige von Blackout und ließe sich auf eine Vielzahl anderer Geschichten anwenden. Allerdings handelt es sich hierbei um meine persönliche Interpretation, die nicht ohne jeden Zweifel erhaben ist. Möglicherweise kommt ihr zu einer ganz anderen Einschätzung. Das ist auch völlig in Ordnung. Hauptsache, ihr konntet im Buch eine Prämisse ausmachen. Ohne Prämisse ist der Roman nämlich seines Daseinszwecks beraubt. Lasst es nicht so weit kommen! Folgende Fragen können euch helfen, diesen Lapsus zu vermeiden:</p>
<ul>
<li>Was war der Auslöser, der Grundgedanke meiner Geschichte?</li>
<li>Um welches zentrale Thema soll es in meiner Geschichte gehen?</li>
<li>Warum ist es die Geschichte wert, erzählt zu werden?</li>
</ul>
<p>Falls ihr darauf zufriedenstellende Antworten gefunden habt, so behaltet diese im Hinterkopf und lasst sie in eure Prämisse einfließen. So vermeidet ihr es, beim Schreiben auf Abwege zu geraten, die eure Geschichte mit hoher Wahrscheinlichkeit in einer Sackgasse enden lassen.</p>
<h5>Schritt 2: Festlegung des Genres</h5>
<p>Um was für eine Geschichte handelt es sich bei eurem Buch? Ist es eine fiktionale Geschichte? Eine Liebesgeschichte? Ist sie eher dem Bereich Science-Fiction, Krimi, Thriller oder Fantasy zuzuordnen? Die Frage des Genres sollte keineswegs leichtfertig abgetan werden, bestimmt es doch wichtige Rahmenbedingungen für eure Handlung.</p>
<p>Tendenziell werdet ihr euch in jenem Umfeld bewegen wollen, das euren Lesevorlieben entspricht. Warum nicht einen Fantasy-Roman schreiben, wenn man am liebsten zu Fantasy-Büchern greift? Dies hat den unschätzbaren Vorteil, dass man bereits weiß, auf was die Leserschaft Wert legt und auf welche genretypische Weise die eigene Geschichte erzählt werden kann. Das Schreiben geht dann wahrscheinlich leichter von der Hand. Allerdings gilt es abzuwägen, ob nicht eventuell eine Mischform aus verschiedenen Genres die bessere Wahl ist.</p>
<p>Beispiel: In „Drohnenland“ von Tom Hillenbrand kommt der Kommissar während einer Mordermittlung einer gewaltigen Verschwörung auf die Schliche. Obwohl es sich eigentlich um einen typischen Science-Fiction-Roman handelt, wird der Roman dennoch als Kriminalroman angepriesen. Tatsache ist: Die Mischung aus Science-Fiction und Krimi ermöglicht es der Handlung, das ganze darin schlummernde Potenzial zu entfalten. Und genau das macht wiederum den Reiz dieses Buches aus.</p>
<p>Als weiteres Beispiel sei das „Romantasy“-Genre genannt, bei dem es sich um romantische Liebesgeschichten handelt, die mit fantastischen Elementen versehen sind oder gar in einer fantastischen Welt spielen.</p>
<p>Tatsächlich unterwerfen wir uns mit der Wahl des Genres gewissen Gesetzmäßigkeiten, die es nicht außer Acht zu lassen gilt. Das betrifft nicht nur eure Geschichte, sondern auch eure Zielgruppe. Wird das jeweilige Genre unter Umständen eher von Frauen oder Männern gelesen? Sprechen Thema und Handlung eher eine junge oder ältere Leserschaft an? Diese Fragen müssen gegeneinander abgewogen werden, ohne dabei aus dem Blick zu verlieren, dass es in erster Linie darum geht, eure Geschichte möglichst unterhaltsam zu erzählen!</p>
<h5>Schritt 3: Festlegung des Settings</h5>
<p>Unter Setting versteht man das Umfeld, den Hintergrund eurer Handlung.</p>
<p>Wer aufgepasst hat, wird jetzt einwenden: Habe ich den Schauplatz nicht bereits über die Wahl des Genres eingegrenzt? Ja, das ist durchaus zutreffend! Ein Science-Fiction-Roman wird vermutlich in einer (nicht allzu weit entfernten) Zukunft spielen. Aber er könnte sich ebenfalls in der Gegenwart oder gar in der Vergangenheit (Zeitreisen!) zutragen.</p>
<p>Und wie sieht es mit dem Umfeld aus? Handelt es sich um die reale oder eine frei erfundene Welt (Non-Fiktion vs. Fiktion)? Trägt sich die Geschichte in einer Großstadt, in einem Haus oder in einer Höhle zu? Mit welcher Kultur, mit welchem Wertesystem haben wir es zu tun? Wie wird dadurch das Denken und Handeln der Charaktere beeinflusst? All diese Fragen – und noch viele mehr – verlangen nach Antworten. Doch die allerwichtigste Frage lautet:</p>
<p>Welche Bühne muss ich für meine Charaktere erschaffen, damit ich meine Geschichte möglichst vortrefflich erzählen kann?</p>
<h5>Schritt 4: Weben des „roten Fadens“ &amp; Charakterentwicklung</h5>
<p>An dieser Stelle wird bereits der Handlungsablauf im Detail ausgearbeitet. Spätestens jetzt nimmt die Entwicklung der Hauptfiguren einen großen Stellenwert ein. Welcher Charaktere bedarf es, um die einzelnen Kapitel mit Konflikten und geschliffenen Dialogen zu füllen? Wie müssen die Protagonisten und Antagonisten beschaffen sein, um das allgegenwärtige Ringen mit der zentralen These (<a class="smoothscroll" href="#Schritt-1">siehe Schritt 1: Prämisse</a>) herauszuarbeiten? Welche Meilensteine müssen die Charaktere durchlaufen, damit die Handlung vorankommt?</p>
<p>An den Fragen werdet ihr merken: Spätestens hier geht es ordentlich zur Sache. Meistens müsst ihr an dieser Stelle nachsetzen, wenn ihr merkt, dass sich Unstimmigkeiten in eure Erzählung eingeschlichen haben.</p>
<h4>Alles eine Frage der Perspektive</h4>
<p>Ihr werdet jetzt zu Recht anmerken: Die beschriebene Vorgehensweise lässt sich doch nur auf den plot-zentrierten Ansatz anwenden. Das stimmt. Diejenigen, die den charakter-zentrierten Ansatz bevorzugen, sollten die genannten Schritte in der umgekehrten Reihenfolge abarbeiten. Dabei ist nicht die Einhaltung der Reihenfolge entscheidend, sondern dass sämtliche Schritte an irgendeinem Punkt durchlaufen und gewissenhaft abgearbeitet werden.</p>
<h4>Wie war das bei „Die Chronik von Calveron: Der Absolvent“?</h4>
<p>Ich gehöre zu jenen Schreiberlingen, die den plot-zentrierten Ansatz favorisieren.</p>
<p>Meistens habe ich eine ganz bestimmte Szene im Kopf. Danach versuche ich, diese mit einem Kontext zu versehen. Mit der Ausarbeitung der Handlung entstehen dann zwangsläufig die Hauptfiguren, die die Geschichte tragen und vorantreiben. Aber bevor es bei meinem Debüt-Roman so weit war, musste ich mir darüber den Kopf zerbrechen, worauf die Geschichte am Ende hinauslaufen soll. Erst die Prämisse versetzte mich in die Lage, Struktur in den Plot hineinzubringen:</p>
<blockquote><p>„Ein nützliches Werkzeug kann in den falschen Händen zur gefährlichen Waffe werden.“</p></blockquote>
<p>So entstand allmählich das Gebilde <a href="https://www.rodrikandersen.de/die-chronik-von-calveron-i/">zum Roman „Die Chronik von Calveron: Der Absolvent“</a>. Die Szene mit Königin Marisela, die auf einer Anhöhe steht und auf eine brennende Stadt hinabblickt, war von Anfang an in meinem Kopf. Ursprünglich schwebte mir eine typische Fantasy-Geschichte vor, die auch mit fantastischen Wesen bevölkert ist. Doch landete ich beim Schreiben immer wieder in einer Sackgasse, so dass ich nicht über die ersten 120 Seiten hinauskam. Der Knoten platzte, als mir der Einfall kam, Termingeschäfte in den Fokus der Handlung zu rücken. Ich verabschiedete mich vom Gedanken, mir irgendwelche Wesen auszudenken und besann mich stattdessen auf eine der großen Stärken des Fantasy-Genres: die Projektion aktueller Themen auf eine fiktive Welt. Als ich das tat, wurde endlich ein Schuh draus. Dieser Ansatz genügte, um mein Werk zu Ende zu führen.</p>
<h4>Jedes Buch stellt ein Großprojekt dar</h4>
<p>Von der Idee zum Buch ist es mitunter ein langer Weg. Viele verschiedene Faktoren spielen dabei eine Rolle. Neben einer natürlichen Affinität zum Schreiben ist gewiss auch ein hohes Maß an Beharrlichkeit von Vorteil. Aber auch eine strukturierte Arbeits- und Herangehensweise, wie die erwähnten vier Schritte, zahlen sich rasch aus.</p>
<p>Auf die Frage, wie man es trotz aller Widrigkeiten und Umstände geschafft hat, das Buch zu vollenden und zu veröffentlichen, lautet die Antwort der meisten Autoren schlicht: Weil ich es unbedingt wollte! Und weil ich an mich und meine Geschichte glaubte!</p>
<hr />
<p><strong>Nachtrag vom 06.04.2018:</strong></p>
<p>Zufällig bin ich heute auf <a href="https://filmschreiben.de/never-mind-the-characters-never-mind-plot-warum-es-wichtig-ist-themaorientiert-zu-entwickeln/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">einen älteren Blog-Beitrag von Ron Kellermann</a> gestoßen, in dem er sich ebenfalls mit den zentralen Entwicklungsmethoden einer Geschichte befasst und dabei eine genauere Aufteilung vorgenommen hat:</p>
<ul>
<li>figurenorientiert (was dem erwähnten charakter-zentrierten Ansatz entspricht)</li>
<li>plotorientiert (was prinzipiell dem erwähnten plot-zentriertem Ansatz entspricht)</li>
<li>themaorientiert (was von mir über die Formulierung der Prämisse abgedeckt wurde)</li>
</ul>
<p>Interessant fand ich bei der themaorientierten Entwicklungsmethode, dass sich Kellermann dabei in erster Linie auf „Werte“ bezieht. Außerdem verweist er bei seinem Beispiel auf die TV-Serie „The Wire“, die für mich ebenfalls zum Besten gehört, was ich bis dato an Serien gesehen habe.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.rodrikandersen.de/von-der-idee-zum-buch/">Von der Idee zum Buch – zwei Herangehensweisen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.rodrikandersen.de">Rodrik Andersen – Autor</a>.</p>
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		<title>Ein Hoch auf die One-Hit-Wonder</title>
		<link>https://www.rodrikandersen.de/ein-hoch-auf-die-one-hit-wonder/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rodrik]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Dec 2017 14:18:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rund ums Schreiben]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Begriff One-Hit-Wonder wird normalerweise nur in Verbindung mit Musik genannt. Darunter versteht man eine Band, die es zwar geschafft hat, einen Hit in den Charts zu landen, danach aber nicht mehr an den jüngsten Erfolg anknüpfen konnte. Mir persönlich [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.rodrikandersen.de/ein-hoch-auf-die-one-hit-wonder/">Ein Hoch auf die One-Hit-Wonder</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.rodrikandersen.de">Rodrik Andersen – Autor</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Begriff <em>One-Hit-Wonder</em> wird normalerweise nur in Verbindung mit Musik genannt. Darunter versteht man eine Band, die es zwar geschafft hat, einen Hit in den Charts zu landen, danach aber nicht mehr an den jüngsten Erfolg anknüpfen konnte.</p>
<p>Mir persönlich fallen in diesem Zusammenhang Klassiker ein wie „Breakfast at Tiffany’s“ von Deep Blue Something (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=1ClCpfeIELw" target="_blank" rel="noopener">Musik-Video auf YouTube</a>), „Lemon Tree“ von Fools Garden (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=7xbIL9nS-Ko" target="_blank" rel="noopener">Musik-Video auf YouTube</a>), „Bitter Sweet Symphony“ von The Verve (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=1lyu1KKwC74" target="_blank" rel="noopener">Musik-Video auf YouTube</a>) oder „Don’t Worry, Be Happy“ von Bobby McFerrin (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=d-diB65scQU" target="_blank" rel="noopener">Musik-Video auf YouTube</a>). Aber auch neuere Songs wie „Somebody That I Used to Know“ von Gotye (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=8UVNT4wvIGY" target="_blank" rel="noopener">Musik-Video auf YouTube</a>) oder „Gangnam Style“ von Psy (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=CH1XGdu-hzQ" target="_blank" rel="noopener">Musik-Video auf YouTube</a>) kommen mir in den Sinn. Euch wird es mit Sicherheit ähnlich ergehen. Je länger man darüber nachdenkt, desto umfangreicher wird die Liste an Titeln, die Erinnerungen an vergangene Zeiten wachrufen …<span id="more-697"></span></p>
<p>Ein besonders eindrucksvolles Beispiel ist der Song „Dragostea din teï“ der moldauischen Pop-Gruppe „O-Zone“ (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=s9YbICd43Mc" target="_blank" rel="noopener">Musik-Video auf YouTube</a>), der 2004 gleich in  verschiedenen Cover-Versionen alle möglichen Charts in Europa stürmte. Obwohl die Wenigsten den Text verstehen konnten, setzte sich die Melodie in den Köpfen der Menschen wochenlang fest.</p>
<p>Trotz der zumeist positiven Gefühle, die mit einem One-Hit-Wonder verbunden sind, schwingt in der Benennung als solches doch ein Hauch von Geringschätzung mit. Der jeweilige Künstler oder die jeweilige Band haben es aus unerfindlichen Gründen nicht geschafft, ihren Erfolg zu wiederholen und sind wieder in der Versenkung verschwunden. Das ist irgendwie traurig. Insgeheim wünscht man sich weitere Ohrwürmer ähnlicher Machart. Was lernen wir daraus?</p>
<h5>Es gibt nicht DAS Erfolgsrezept</h5>
<p>Zuerst sagt uns das, dass es in Wirklichkeit kein Erfolgsrezept zum Schreiben von Hits gibt, auch wenn es immer wieder gegenteilige Behauptungen gibt (<a href="http://www.zeit.de/kultur/musik/2015-01/pop-hit-erfolgsformeln-volkmar-kramarz" target="_blank" rel="noopener">hier</a> ein Beispiel). Viele Faktoren spielen eine Rolle, ob ein Song durchstartet oder unter dem Radar bleibt. Sprechen Melodie und Text die Menschen an? Wird der Song von den Medien aufgegriffen, also im Radio gespielt, im Fernsehen gesendet oder auf Youtube angeklickt? Fruchtet die musikalische Fusion der Band oder geraten die Mitglieder aufgrund der auf sie projizierten Erwartungshaltung und des wachsenden Drucks miteinander in Streit? Oft steht mit dem Erfolg auch die erste große Bewährungsprobe ins Haus.</p>
<h5>Ein Hit ist besser als gar keiner</h5>
<p>Leicht wird vergessen, dass es nicht selbstverständlich ist, auch nur einen einzigen Hit zu landen. Der große Erfolg bleibt vielen Künstlern und Musikern verwehrt, obwohl sie ebenfalls das Potenzial hätten, ganz groß rauszukommen. Am Ende fehlt vielleicht nur das letzte Quäntchen Glück, um zu überregionaler Bekanntheit zu gelangen. Deshalb ist ein Hit immer noch besser als gar kein Hit. Dabei sind die Gründe egal, weshalb der Song erfolgreich ist. Hauptsache er macht gute Laune, weckt Gefühle, spendet Trost oder lässt einen die Hufe schwingen. Hin wie her wird die eigene Musik das Leben anderer Menschen bereichern. Darauf kommt es an!</p>
<h5>Ist es bei Romanen so viel anders?</h5>
<p>Ich habe mir nun die Frage gestellt, ob diese Überlegungen auch auf die Literatur übertragen werden können. Parallelen sind durchaus erkennbar. Auch hier lassen sich Autorinnen und Autoren finden, die lediglich ein Buch zu Papier gebracht haben und es aus den unterschiedlichsten Gründen dabei bewenden ließen oder mit ihren Folgewerken nicht an die vergangenen Erfolge anknüpfen konnten. Der Klassiker schlechthin dürfte „Der Fänger im Roggen“ von J. D. Salinger sein. Aber auch „Das Bildnis des Dorian Grey“ von Oscar Wilde oder „Wer die Nachtigall stört“ von Harper Lee gehören dazu (weitere Beispiele finden sich <a href="http://wasliestdu.de/magazin/2015/one-hit-wonder-der-literatur-teil-i" target="_blank" rel="noopener">hier</a> sowie <a href="http://wasliestdu.de/magazin/2016/one-hit-wonder-der-literatur-teil-ii" target="_blank" rel="noopener">hier)</a>. Mir persönlich fiel zuerst „Das Parfüm“ von Patrick Süskind ein. Die Handlung habe ich als dermaßen erfrischend anders erlebt, dass ich das damit verbundene Leseerlebnis nie vergessen werde. Weitere Bücher des Autors sind mir aber anschließend nicht mehr untergekommen.</p>
<blockquote><p>»Die klügste Regel über den möglichen kommerziellen Erfolg eines Buchtitels lautet übrigens: Nobody knows anything.«</p>
<p>(Ken Follett im <a href="https://www.welt.de/kultur/article9758476/Ken-Folletts-Formel-fuer-einen-Bestseller.html" target="_blank" rel="noopener">Interview mit Sven Michaelsen auf WELT.de</a>)</p></blockquote>
<p>Auch beim Schreiben von Geschichten gibt es keine Formel für Bestseller, wenn es auch Faktoren gibt, die einen Erfolg wahrscheinlicher machen. Trotzdem kann niemand vorhersagen, ob ein Roman wirklich eine breite Leserschaft finden wird oder nicht. Wie oft wurden Bestseller-Autoren von Agenturen und Verlagen abgewiesen, ehe jemand im Manuskript das darin schlummernde Potenzial erkannte? Die Antwort ist ernüchternd und verblüffend zugleich. Die von Andreas Eschbach zusammengestellte <a href="http://www.andreaseschbach.de/schreiben/verlagssuche/trostliste/trostliste.html" target="_blank" rel="noopener">„Trostliste“</a> zeigt auf, dass Absagen im Literaturumfeld die Regel sind. Insofern tut man als Autor gut daran, nicht locker zu lassen und am Ball zu bleiben, wenn man aufrichtig von seinem Werk überzeugt ist.</p>
<h5>Stell dir vor, jeder schreibt nur ein richtig gutes Buch …</h5>
<p>Wenn jeder Mensch in sich nur den Stoff für einen einzigen, großartigen Roman tragen würde, wäre das bereits mehr als genug, um mich für mehrere Leben mit Lektüre zu versorgen. Deshalb halte ich es auch für töricht, nur zu texten, damit etwas geschrieben steht und zwischen Buchdeckel gepackt werden kann. Die Arbeit als Autor macht nur dann wirklich Sinn, wenn ich mich dazu berufen fühle und viele spannende Geschichten in mir trage, die ich mit der Welt teilen möchte.</p>
<p>Mein persönliches Lebensmotto lautet: Klasse statt Masse! Es kommt stets auf den Inhalt an. Ich habe überhaupt nicht den Anspruch, vom Schreiben leben zu wollen oder eine Vielzahl von Büchern veröffentlichen zu müssen, nur damit ich etwas vorzuweisen habe. Deshalb rate ich auch dir: Schreib dein Buch so, wie du es für richtig erachtest, und lass dir von willigen Freunden dabei helfen, die Geschichte noch ein wenig besser zu machen. Glaub mir: Der Moment, wenn du schließlich dein fertiges Buch in Händen hältst, wird dich für alle in Kauf genommenen Strapazen entlohnen. Und lass dir die Freude über das Erreichte nicht davon verderben, dass es vielleicht nur bei diesem einen Buch bleiben könnte. Manchmal brauchen Ideen Zeit, um zu reifen, ehe der intrinsische Wunsch übermächtig wird, wieder in die Tasten zu klopfen. Aber wenn es so weit ist, wirst du bereit sein – und du wirst wissen, dass du es kannst, weil du es schon einmal geschafft hast.</p>
<p>Deshalb breche ich an dieser Stelle eine Lanze für die sogenannten One-Hit-Wonder: Ein einziger Hit oder ein veröffentlichtes Buch reichen vollkommen aus. Wenn es mehr werden, umso besser! Aber nimm das nicht zum Maßstab. Am Ende zählt, dass du mit Stolz auf dein Werk blickst in dem Wissen, dass du deinen Beitrag zur Vielfalt in unserer Welt geleistet hast.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.rodrikandersen.de/ein-hoch-auf-die-one-hit-wonder/">Ein Hoch auf die One-Hit-Wonder</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.rodrikandersen.de">Rodrik Andersen – Autor</a>.</p>
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		<title>Schreibprogramme im Test – was taugt was?</title>
		<link>https://www.rodrikandersen.de/schreibprogramme-was-taugt-was/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rodrik]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Dec 2017 16:39:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rund ums Schreiben]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jeder, der sich vornimmt, ein Buch zu schreiben, wird sich früher oder später die Frage stellen, auf welches der zahlreichen Schreibprogramme zurückgegriffen werden soll. Dabei braucht es eigentlich nicht viel, sein Schreibprojekt in Angriff zu nehmen. Prinzipiell genügt schon ein [&#8230;]</p>
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	<p>Jeder, der sich vornimmt, ein Buch zu schreiben, wird sich früher oder später die Frage stellen, auf welches der zahlreichen Schreibprogramme zurückgegriffen werden soll. Dabei braucht es eigentlich nicht viel, sein Schreibprojekt in Angriff zu nehmen. Prinzipiell genügt schon ein simpler Text-Editor, um loszulegen. Kein Schreibprogramm kann einem das Schreiben (oder Diktieren) abnehmen. Allerdings kann eine professionelle Software dabei helfen, den Inhalt besser zu strukturieren (z.B. in Szenen), das Rohmaterial in höherer Qualität bereitzustellen oder die anschließende Überarbeitung zu erleichtern. Doch welche Programme kommen infrage? An dieser Stelle möchte ich meine bisherigen Erfahrungen mit euch teilen.</p></div></div></div></div></div></div></div></div><p> <a href="https://www.rodrikandersen.de/schreibprogramme-was-taugt-was/#more-603" class="more-link">Weiterlesen</a></p><p>Der Beitrag <a href="https://www.rodrikandersen.de/schreibprogramme-was-taugt-was/">Schreibprogramme im Test – was taugt was?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.rodrikandersen.de">Rodrik Andersen – Autor</a>.</p>
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